Bild Ausschnitt Altarfenster Kreuzkirche Magdeburg

Ein Schriftgelehrter spricht zu Jesus: „Wer ist denn mein Nächster? [...] Ein Samariter aber kam dahin und als er den Verletzten sah, jammerte er ihn.
(Gleichnis vom barmherzigen Samariter - Lukas 10, 25-37)

Liebe Leser des Gemeindebriefes!

„So geh hin und tu desgleichen“ - sagt Jesus am Ende dieser Erzählung.
Das ist klar und deutlich.
Dabei tut der Samariter am Anfang gar nichts.
Vielmehr spürt er, dass mit ihm etwas passiert:
Ihm tut das Herz weh, als er den Verletzten sieht. Überfallen. Hilflos.

Sie wissen, wie das ist, wenn einem etwas weh tut.
Das mag man nicht haben. Aber der Samariter rennt nicht weg.
Er bleibt da. Er redet mit dem Verletzten.
Und er tut, was er jetzt tun kann: ein wenig Öl, ein kleiner Verband.

Die Frage, ob das richtig oder falsch war, ist in diesem Moment unwichtig.
Der Samariter weiß: Dieser Mensch braucht mich jetzt. Davor läuft er nicht weg.

Der Samariter versteht, dass er jetzt für diesen Menschen da sein muss.
Das sagt ihm sein Herz. Und wenn es ihm sein Herz sagt, dann sagt es Gott.
Ja, jeder kann etwas Barmherziges tun. Fangt einfach an.

Sind wir bereit unser kleines Herz von Gott in ein großes Herz verwandeln zu lassen?
Spüren wir noch den Schmerz, wenn andere neben uns schlimm dran sind?

Ich bin überzeugt, wenn wir uns von Gott ansprechen lassen, dann verändert sich die Welt.
Sonst bleiben Räuber immer Räuber und Verletzte immer Verletzte.

Wir müssen das nicht hinnehmen. Es muss nicht so bleiben.

Wir sind als Christen und Nichtchristen gefragt mit Herzen, Mund und Händen Verantwortung zu übernehmen.
Der Samariter hatte an diesem Tag bestimmt etwas anderes vor.
Aber er hat sich stören lassen und verstanden, dass hier ein Mensch ist, der ihn jetzt braucht.
So tun wir gern desgleichen.

Eine gesegnete Herbstzeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Jens Schmiedchen.