Liebe Freunde der Kreuzgemeinde,

wie geht es Ihnen in diesen Wochen?

Ich denke dabei nicht nur an Ihre Gesundheit, sondern auch an Ihr Herz und Ihre Seele.

Sind Sie fröhlich, optimistisch und getragen von der Zuversicht, dass alles gut werden wird? Oder haben Sie die gesamte Situation der Pandemie mit all ihren Begleiterscheinungen einfach nur satt? Vielleicht ist es auch eine Mischung aus beidem?

Von gemischten Gefühlen lesen wir auch in der biblischen Ostergeschichte.

Nach Ratlosigkeit und Trauer am Karfreitag keimt am Ostermorgen nach anfänglicher Furcht Hoffnung auf. Die Frauen um Maria von Magdala machen sich auf den Weg. Sie treten heraus aus ihrer Starre. Angst und Tod haben eine kurze Zeit ihren Platz gehabt, aber nun kommt das Leben zurück. Durchatmen, Aufbruch, Zuversicht, Neubeginn – ein wunderbares Quartett.

Während ich diese Zeilen schreibe, scheint die Sonne durch mein Fenster. Die Tage werden wieder länger. Weit entfernt läuten Glocken. Sie verkünden mit jedem Ton, dass das Leben stärker ist als der Tod, die Hoffnung größer als die Angst. Sie glauben mir nicht? Sie erleben es gerade anders? Dann ist das in dieser speziellen Zeit ihr gutes Recht, aber bitte nicht ein Leben lang, nicht einmal ein Jahr lang.

Schauen wir noch einmal gemeinsam in die bib- lische Ostergeschichte. Der Engel am Grab sagt als Erstes: „Fürchtet euch nicht!“ und danach, „Jesus ist nicht mehr hier!“.

Der Auferstandene hat das Grab verlassen und ist zurückgekehrt ins Leben. Auch wir werden in unser Leben zurückkehren, ein wunderbares Leben mit grenzenlos vielen Begegnungen, Herzlichkeit, Umarmungen, ohne Abstandsregeln oder Masken. Darauf sollten wir uns freuen!


Die Gräber dieser Welt sind nicht unsere Heimat. Sie gehören zum Leben dazu, aber sie haben nicht die Kraft, unseren Glauben, unsere Hoffnung und unsere Liebe zu bestimmen.


Ich wünsche Ihnen eine erfüllte Frühlingszeit und ein frohes, gesegnetes Osterfest.

Ihr Pfarrer Jens Schmiedchen